Ein Zahnimplantat ist eine in den Kieferknochen eingesetzte Schraube, meist aus Titan. Früher waren auch Hohlzylinderimplatate oder Plattimplantate üblich. Seit über 40 Jahren haben sich schraubenförmige Implantate durchgesetzt, da sie eine bessere Verbindung zum Kieferknochen sicherstellen.

Durch ihre Verwendbarkeit als Träger von Zahnersatz übernehmen Zahnimplantate die Funktion künstlicher Zahnwurzeln. Sie verbinden sich innerhalb von 2 bis 4 Monaten mit dem umgebenden Knochen zu einer festen, äußerst belastungsfähigen Trägereinheit (Osseointegration).

In den Anfängen der Schraubenimplantate waren glatte Titanoberflächen gebräuchlich; seit ungefähr 20 Jahren sind mikroraue Oberflächen im Einsatz, die eine größere Kontaktfläche von Implantat und Knochen gewährleisten. Daraus resultiert eine schnellere Einheilung des Implantates. Somit konnte die ursprünglich angegebene Einheilzeit von 6 bis 9 Monaten deutlich reduziert werden.

Das meistverwendete Material ist Titan. Titan wird auch für z.B. Hüftprothesen, Knieprothesen oder Verplattungen in der Unfallchirurgie verwendet. Titan ist ein hoch bioverträgliches Material, sonst könnte es nicht in so vielen Teilgebieten der Medizin eingesetzt werden.

Seit einigen Jahren ist auch Keramik als Werkstoff für Implantate im Gespräch, einige Firmen bieten diese Implantate an. Leider sind die Erfahrungswerte auf Grund des erst kurzen Einsatzes noch gering. Ein Faktor der bei Keramikimplantaten auch noch immer nicht abschließend geklärt ist, ist die Bruchfestigkeit.

Es gibt hunderte bis weltweit tausender Anbieter. Alleine in Europa sind zumindest 300 Anbieter am Markt. Von diesen sind manche alteingesessen und können auf 40 Jahre erfolgreiche Produktion verweisen. Andere sind noch jung am Markt, bieten aber oft ebenso gute Ergebnisse. Somit ist die Frage eigentlich schwer zu beantworten.

Entscheidend ist die Zusammenarbeit von Firma, Vertrieb und Chirurgen, die eine positive und sichere Versorgung des Patienten sicherstellt. Anders formuliert: wirklich schlechte Implantate gibt es nicht, da sie alle Internationalen, europäischen und nationalen Qualitätskriterien unterliegen müssen.

Titan als biokompatibles Material wird zum Beispiel in der Orthopädie nie hinterfragt. Alle Hüftprothesen sind aus Titan. Warum sollten wir als Kieferchirurgen die Erfahrungen einer weit größeren Fachgruppe in Frage stellen?

„Abstoßungsreaktionen“ von Zahnimplantaten habe ich noch nie erlebt. Einziger „Knackpunkt“ sind im Knochen nach lange scheinbar abgeheilten Entzündungen, verbliebene Bakterien, die dann durch eine Implantation in diesem Gebiet wieder aktiv werden. Dann kann es in Ausnahmefällen zu entzündlichen Reaktionen kommen, die man medizinisch nicht mit Abstoßungsreaktionen verwechseln sollte.

Vorerst eine einfache Antwort: Immer dann wann ein oder mehrere Zähne fehlen, die Mundhygiene passt und genug Knochen vorhanden ist.

Um diese einfache Antwort ein bisschen zu präzisieren:

Wenn ein oder mehrere Zähne fehlen, sollte man sich die Gesamtsituation anschauen. Das bedeutet: wie ist der Zustand der Nachbarzähne, wie die Situation im Gegenkiefer? Leider kann man oft nicht nur mechanistisch sagen: da fehlt ein Zahn, da kommt ein Implantat. Ohne genaue Planung und gemeinsamer Überlegungen von Patient und Behandler ist keine vernünftige Aussage zu treffen.

Falls die Mundhygiene nicht perfekt ist, ist ein Implantat nicht anzuraten. Erst wenn die Pflege der restlichen Bezahnung augenscheinlich perfekt ist, ist zu einer Implantation zu raten, da ein Implantat besonders gut gepflegt sein will um die nächsten Jahrzehnte erhalten zu bleiben.

Zum Thema genug Knochen: im Unterkiefer ist es oft einfacher ein Implantat zu setzen, da der Knochen „fester“, „besser“ als im Oberkiefer ist. Limitierend ist hier der Abstand vom Kieferkamm (dem oberen Ende des Knochens) zum Unterkiefernerv (N. alveolaris inf.). Im Oberkiefer ist der Knochen meist „weicher“ und der manchmal zu geringe Abstand von Kieferkamm( unteres Ende des Knochens) zur Kieferhöhle kann ein Hindernis sein.

Die Implantatform (Schraubenimplantat), die heute üblicherweise angewendet wird, gibt es seit gut 40 Jahren. Viele der damals gesetzten Implantate sind noch dort wo sie hingehören – im Kiefer des Patienten. Seit damals ist die Entwicklung der Implantatoberflächen, Aufbauteile, Nachsorge deutlich fortgeschritten.

Wissenschaftliche Arbeiten belegen, dass im Unterkiefer 98 % der gesetzten Implantate über Jahre und Jahrzehnte erhalten bleiben. Im Oberkiefer ist die Überlebensrate von Implantaten um 1 bis 2 % geringer, aber auch extrem hoch. Das bedeutet, dass von 100 Implantaten üblicherweise 96 bis 98 Implantate erhalten bleiben – bei guter Pflege.

Was geschieht mit den restlichen 2 – 3 Implantaten? Da Implantate heute schraubenförmig, d.h. im Querschnitt rund sind, kann auch im Falle eines Implantatverlustes, mit Zustimmung des Patienten, eine vernünftige Lösung gefunden werden: man entfernt das Implantat, lässt die betroffene Region abheilen und kann nach 2 bis 3 Monaten neuerlich ein Implantat setzen. Lästig, ärgerlich, traurig für alle Beteiligten, aber vernünftig, ordentlich lösbar.

Erste wesentliche Aussage: Der Kieferknochen hat eine andere Knochenstruktur als z.B. der Oberschenkelknochen.

Zweite wesentliche Aussage: Die Knochendichte im Oberschenkel oder Lendenwirbelsäule ist mit der im z.B. Unterkiefer nicht vergleichbar.

Das heißt: Selbst wenn jemand eine herabgesetzte Knochendichte bei einer Osteoporoseuntersuchung hat, bedeutet das nicht, dass man nicht über Implantate nachdenken kann.

Bei Osteonekrosen (Bisposphonattherapie z.B. im Zusammenhang mit Tumoren) ist eine Implantattherapie sehr zu hinterfragen.

Falls ein Zahn zu ziehen ist und man nicht sofort implantieren kann, sollte man zumindest 6 bis 8 Wochen zuwarten. Nach dieser Zeit kann üblicherweise implantiert werden. Ab dem Zeitpunkt der Implantation sollte man wieder 8 bis 10 Wochen für die Einheilung des Implantates einrechnen. Für die abschließende technische Arbeit ist mit zwei Wochen zu rechnen.

Die Implantation findet in lokaler Betäubung statt.

Wie bei jedem oralchirurgischen Eingriff gibt es ganz einfache und logische Verhaltensmaßnahmen:

Kalt halten; sprich außen kalt auflegen, innen keine heißen Speisen und Getränke.

Über die Wunde, also auch über die Nähte mit der Zahnbürste putzen. Regt Durchblutung an.

Ein bisschen zurückschalten: kein Leistungssport, Sauna, einfach ausspannen …

Medikation beachten: üblicherweise werden Anibiotika und Antiphlogistika rezeptiert.

Möglich. Jeder Mensch ist anders und jeder hat ein anderes Schmerzempfinden. Alle Reaktionen sind möglich: von „als wäre nichts gewesen“ bis „arm“. Üblicherweise tritt eine Schwellung auf, die bis zum dritten Tag zunehmen darf, dann muss sie zurückgehen.

Möglich ist auch ein leichter Bluterguss (Hämatom) vor allem im Ober- und Unterkiefer-Frontzahnbereich. Bei guter Wundpflege, Kühlung und Medikamenteneinnahme sind alle Nebenerscheinungen meist gut handhabbar.

ISK steht für Implantat-Service-Konzept. Dabei geht es um eine enge Zusammenarbeit von Implantatfirma, deren Mitarbeitern, Zahntechniker und Chirurgen.

Für den Patienten entsteht so ein sicheres Netz, da alle erforderlichen Teile wie selbstverständlich zusammen spielen: die Technik, der optimale Support und die sorgfältige Planung für jeden Patienten, sodass keine zeitlichen Verzögerungen entstehen. Nur durch eine perfekte Zusammenarbeit ist für Patienten ein optimales Ergebnis erzielbar.

Mundhygiene und da auch professionelle Mundhygiene (von einer ausgebildeten Mundhygieneassistentin durchgeführte), gehört zu den ganz wichtigen Eckpfeilern des Implantaterhalts. Ein Implantat sollte noch wesentlich besser gepflegt werden, wie eigene Zähne. Anleitung und Unterstützung erhalten all unsere Patienten selbstverständlich.
Eine wichtige und oft gestellte Frage. Selbstverständlich gehört sie korrekt beantwortet, aber nicht im Internet. Wir dürfen, können und sollen sie hierorts nicht beantworten.

Warum: Erstens dürfen wir das auf Grund der Kammerauflagen nicht und das ist sinnvoll. Weil, zweitens: wir können es auch nicht, da jeder Fall einzeln zu besprechen ist. Und Drittens, sollten wir es auch nicht, da ohne vorhergehende Patientenuntersuchung, Planung, eingehenden Gesprächs, gemeinsamen Nachdenkens keine für alle Seiten befriedigende Lösung zu finden ist.

Daher lade ich Sie höflich zu einem ärztlichen Planungsgespräch samt Kennenlernen bei mir oder einer/m Partner/in ein. Nur nach einem Gespräch, bei dem Sie hoffentlich Vertrauen fassen können, Planung, Erstellung eines Heilkostenplans und reiflicher Überlegung, sollten Sie sich für eine Implantattherapie entscheiden.